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Reinwasser und Carbonstange: Warum ich Fenster ohne Chemie reinige

Lesezeit ca. 6 Minuten

Die Fenster oben im Haus, der Wintergarten, das Glasdach: Hier arbeite ich nicht mit Leiter und Abzieher, sondern mit Reinwasser und Teleskopstange – sicher vom Boden aus. Das Ergebnis ist streifenfrei, ganz ohne Chemie.

1. Warum Leitungswasser Flecken macht

Leitungswasser ist nicht nur Wasser. Darin sind Kalk, Salze und andere Mineralien gelöst – in Leipzig rund 350 ppm. Verdunstet das Wasser auf der Scheibe, bleiben diese Stoffe zurück: als Flecken und Ränder. Deshalb muss man beim klassischen Putzen das Wasser abziehen und nachpolieren.

Was ppm bedeutet

ppm steht für parts per million – Teile pro Million. Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm, also eine Million Milligramm. 350 ppm heißt deshalb: In einem Liter stecken rund 350 Milligramm gelöste Stoffe. Auf 1.000 Liter gerechnet sind das etwa 350 Gramm.

2. So entsteht Reinwasser

Meine Osmoseanlage, eine OSMOBIL ONE X, arbeitet in zwei Stufen:

  1. Vorfilter: Er hält Sand, Rost und andere Schwebstoffe aus der Leitung zurück – und schützt so die Membran.
  2. Membran: Eine Pumpe presst das Wasser mit Druck durch eine sehr feine Membran. Die Wassermoleküle kommen durch, die gelösten Mineralien bleiben zurück und werden weggespült.
Leitungswasser 350 ppm Vorfilter Sand, Rost Membran Mineralien raus Reinwasser ca. 6 ppm streifen-frei
WasserGelöste Stoffe
Leitungswasser in Leipzigca. 350 ppm
Reinwasser aus meiner Anlageca. 6 ppm
Grenze für streifenfreie Reinigungca. 15 ppm

Bis etwa 15 ppm spricht man von Reinwasser – bis zu diesem Wert trocknet die Scheibe streifenfrei.

Warum ich kein 0-ppm-System nutze

Es gibt Anlagen mit einem dritten Filter nach der Membran: Ein Harz bringt das Wasser auf 0 ppm. Für streifenfreie Scheiben ist das nicht nötig – und das Harz muss regelmäßig getauscht werden. Meine Anlage arbeitet deutlich kostensparender und kann bis zu drei Monate stehen, ohne gespült zu werden und ohne Risiko von Schimmelbildung.

3. Warum Reinwasser besser reinigt

Reinwasser ist „hungrig“. Weil kaum etwas darin gelöst ist, nimmt es Schmutz besonders gut auf – Staub, Pollen und Ablagerungen aus der Luft lösen sich leichter. Leitungswasser ist dagegen schon zum Teil „voll“.

Und weil nichts darin ist, bleibt beim Trocknen auch nichts zurück. Kein Abziehen, kein Nachpolieren.

4. Warum die Scheiben den Schmutz nicht so schnell anziehen

Beim klassischen Putzen kommt ein Reinigungsmittel ins Wasser. Es enthält Tenside – die waschaktiven Stoffe, die Fett und Schmutz lösen. Ein Teil davon bleibt nach dem Abziehen als hauchdünne Tensidschicht auf dem Glas. Diese Schicht ist leicht klebrig: Staub, Pollen und Ruß bleiben daran haften, die Scheibe wird schneller wieder grau.

Reinwasser enthält keine Tenside und hinterlässt keine Schicht. Neuer Schmutz findet kaum Halt – die Fenster bleiben deutlich länger sauber.

5. Carbonstange und Bürste

Das Reinwasser läuft durch die Teleskopstange nach oben und kommt an der Bürste über kleine Düsen heraus. Die Bürste löst den Schmutz – auf dem Glas und gleich auch am Rahmen. Zum Schluss spüle ich die Scheibe von oben nach unten ab, der Schmutz läuft mit dem Wasser weg.

Angefangen habe ich mit einer 6-Meter-Stange aus Aluminium. Die ist günstiger – aber Carbon ist deutlich steifer. Die Kraft, die ich unten auf die Stange gebe, kommt oben an der Bürste an und geht nicht im Biegen verloren. Und das Gewicht zählt bei langen Einsätzen jede Minute.

Meine StangenLängeGewicht
Unger nLite Connect (Alu)6,00 m2,00 kg
Gardiner SLX 30 (Carbon)9,03 m1,75 kg
Gardiner Super Max 63 (3K-Carbon)19,20 m4,87 kg

Mit der langen Stange erreiche ich bis zum 5. Stock. Das mache ich aber nicht gerne: So weit oben sieht man nicht mehr richtig, was man an der Scheibe macht. Die 19 Meter sind vor allem für Solaranlagen auf dem Dach gedacht – dazu kommt bald ein eigener Artikel.

6. Was ich bei Ihnen brauche

Warum nur Leitungswasser? Die Membran braucht sauberes Wasser in Trinkwasserqualität mit gleichmäßigem Druck. Regen- oder Tankwasser enthält Schmutz, Laub und Keime – das verstopft den Vorfilter und kann in der Anlage zu Algen und Schimmel führen. Brunnenwasser ist oft sehr hart und eisenhaltig und setzt die Membran zu. Mit Leitungswasser bleibt die Anlage sauber und das Reinwasser gleichbleibend gut.

7. Wann ich trotzdem klassisch arbeite

Reinwasser ist ideal für Außenscheiben, hohe Fenster, Wintergärten und Glasdächer. Für Innenseiten, Farbspritzer, Silikon oder Baustaub nehme ich Einwascher, Klinge und Abzieher. Und bei Frost bleibt die Stange im Auto.

Am Ende gilt

Streifenfrei heißt nicht: mehr putzen. Sondern: mit dem richtigen Wasser.

Fenster, die länger sauber bleiben?

Ich reinige Fenster, Wintergärten und Glasdächer in Leipzig – klassisch oder mit Reinwasser vom Boden aus.

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